Rallye Monte Carlo - Herausforderung mit Zielankunft gemeistert

Bei der 82. Rallye Monte Carlo ging es in diesem Jahr über 1396 km mit 15 Wertungsprüfungen über 383 km, dabei waren insgesamt 27 Cols zu passieren. Die Strecken waren sehr unterschiedlich dieses Jahr. Die Straßen waren teilweise mit Eis und Schnee, aber auch viel Matsch und manchmal, nach den großen Regenfällen, mit Wasserlachen übersäht. Mit dabei ein gemixtes deutsches Amateur-Team mit Fahrer und Servicecrew aus dem Erzgebirge, Copilot aus der Pfalz und Eisspionen aus Niedersachsen, die der (ebenfalls Niedersachse) Laatzener Frank Ehrhardt für die diesjährige Ausgabe zusammenstellte. Für Fahrer Veit König aus Zschopau war es das eigene Geburtstagsgeschenk zu seinem 50. Geburtstag, den er am Tag des Shakedown der Rallye feierte. Co Andreas Schwalie aus Ramberg war bereits zum 5. Mal bei der Mutter aller Rallyes am Start. Zum Einsatz kam ein Suzuki Swift Sport, der nach Gruppe N Regularien über die Weihnachtstage aufgebaut wurde. Man hatte hier sicher eins der leistungsschwächeren Autos, aber dies war ausreichend, um bei einer Rallye Monte Carlo viel Spaß zu haben.

Die Veranstaltung war sehr ereignisreich. Der erste Tag ist gut gestartet, zügig gute Zeit auf WP 1, König/Schwalie setzten direkt inmitten stärkerer Konkurrenz die 48. Gesamtzeit von den 60 Platzierten, dann auf WP 3 gab es nach dem Col de Perty Schnee bei der Abfahrt, was einigen zum Verhängnis wurde, auch die Suzukicrew musste kurz stehen bleiben, da ein Team vor ihnen die Strecke nach einem Abflug blockierte. Die Zeit war trotzdem noch ganz ok für die beiden. Die 2. Schleife am Nachmittag verlief ohne Probleme und die beiden kamen auf dem 48. Platz ins erste Tagesziel in Gap an, 2 Plätze vor dem belgischen Großmeister Marc Duez, der mit technischen Problemen am Porsche GT3 kämpfte.

Der 2. Tag begann dann mit der langen WP Vitrolles-Faye über sage und schreibe 49 km, welche für die deutsche Amateurtruppe sehr gut lief, nur kurz vor dem Ziel ging’s kurz durch den Acker weil das Anbremsen auf einem schwarzen Teerflicken sehr glatt war, trotzdem konnte man in der Klasse eine super Zeit einfahren. Auf der nächsten WP dann ist die Crew auf einer Eisplatte langsam rausgerutscht. Die Aktion bis ein Zuschauer den Swift raus geschoben hatte, dauerte 2 Minuten. Der Rest der WP wurde dann mit offener Heckklappe gefahren. Ab dann beschloss die Crew mehr das gesamte Ziel im Auge zu behalten und fuhr safe.

 

3. Tag Turini hoch oben mit Schnee war schön, doch dann auf der nächster WP ein Schock: Getriebebock kaputt, die letzten 2 km der WP konnte lediglich ins Ziel gerollt werden. Die Besatzung dachte schon fast das war's aber Veit hat mit seinem technischen Sachverstand den 5. Gang noch reinbekommen, womit man sich dann aber die 50 km nach Monaco in den Service schleppen musste, was grad in letzter Minute ZK geschafft wurde - ohne Strafzeit! Die Service-Jungs wechselten dann perfekt das Teil und es konnte glücklich zur letzten Schleife gestartet werden. Der letzte Turini-Durchgang wurde wegen zuviel Schnee abgesagt. Schade, denn die Teams mussten ja eh über den berühmtesten Col des Rallyesports drüber und es war fahrbar!

 

Auf der letzten WP gab es dann nochmal einen Höhepunkt: Es herrschte sehr starker Nebel mit wenig Sicht auf den ersten 5 KM, das Team fuhr mit guten Schrieb und hatte nun dort sogar den vorher gestarteten Super 2000 überholt! Die Nacht der langen Messer wurde dann gegen 24 Uhr auf Platz 4 in der Klasse (von 8 Startern) und dem 40. Gesamtplatz im Hafen in Monaco beendet und mit der Siegerehrung am Fürstenpalast am Sonntagmorgen, wo dem Team König /Schwalie von Fürst Albert freundlich zu gewunken wurde, wurde dieses Abenteuer glücklich und zufrieden beendet!
 

31.01.2014 / Erlebnisbericht Andreas Schwalié